Bekennen Sie Farbe

Menschen sind sehr verschieden. Sich selbst und andere zu verstehen, ist Grundvoraussetzung für erfolgreiche und tragfähige Beziehungen, sowohl im Privaten, als auch im Beruf. Hier hilft die INSIGHTS-Discovery Analyse auf eine sehr schnelle, präzise und fundierte Art. Grundlage ist das Insights Persönlichkeits-Modell. Hier zeigen sich die unterschiedlichen Grundeigenschaften der Seminarteilnehmer, die ausführlich in einem 18-seitigen Persönlichkeitsreport aufgeführt werden. Die Teilnehmer erhalten bei dem Seminar den umfassenden und persönlichen INSGHTS-Discovery Report zur besseren Einschätzung der eigenen Person und zum größeren Verständnis ihrer Wirkung auf andere. Auf dem Seminar wird die Theorie hinter dem Modell und die Auswirkungen auf die alltäglichen Kontakte anschaulich ausgeführt und in der praktischen Anwendung erprobt.

Schau Dir doch einfach den kurzen Beitrag über Heiko Kroys Vortrag und ein kurzes Interview mit ihm in einem Video an. Von Minute 1:22 – 4:03 geht der Filmbericht von TV Wismar auf Heikos Arbeit ein.

Hintergrund zu den FAQs über die Farbtypologie

In unserem Vortrag „Bekennen Sie Farbe!“ erfährst Du die grundsätzlichen Unterschiede verschiedener Persönlichkeitstypen. Die Farben sind eine Ergänzung des psychologischen Modells von C.G. Jung, die nachträglich in das Modell integriert wurden, um es leichter verständlich und kommunizierbar zu machen. Die verschiedenen Farben stehen für Persönlichkeitsmuster, die manchmal in Reinkultur auftreten aber auch oft in Mischungen aus verschiedenen Anteilen.

Um meine Antworten verstehen zu können hier noch einmal kurz zusammengefasst die wichtigsten Eigenschaften der vier Grundtypen.

Rot: durchsetzungsstark, entschieden, zielorientiert, kraftvoll, mutig, willensstark
Gelb: schwungvoll, warm, lebhaft, begeisternd, kommunikativ, fröhlich
Grün: beständig, achtsam, mitfühlend, verständnisvoll, gelassen, teamorientiert
Blau: sachlich, beobachtend, analytisch, formal, besonnen, gewissenhaft

Kann man die Farben bewusst in Lebenssituationen einsetzen?

Genau dafür ist das Modell gedacht – bewusster zu handeln – und nicht nur aus meinen als Kind gelernten und gewohnten Reaktionsmustern heraus. Bewusstes Handeln bedeutet immer auch, dass ich Verhaltensalternativen habe und auswählen kann, welche meiner Aktionen oder Reaktionen in einer bestimmten Situation die wirkungsvollste ist. Dazu muss ich meine unbewussten Muster kennen. Sehr hilfreich dafür ist unser Persönlichkeitsprofil, das gegen Gebühr erstellt werden kann. Hier finden Sie den Link zur Erstellung Ihres Profils.

Kenne ich meine Muster, kann ich gleichzeitig auch andere Muster leichter erkennen und ich bekomme die Möglichkeit meine eigenen Muster zu flexibilisieren und passendere Alternativen zu lernen. Damit erreiche ich mehr Menschen, mehr Ziele, mehr Freiheit mehr persönliche Reife, mehr Entscheidungsmöglichkeiten, mehr Effektivität und zufriedenere Menschen in meinem Umfeld.

Welche neuen Wege oder Möglichkeiten können aus der Farbtypologie entstehen?

Danke für die schöne Frage. Ich könnte auch auf die Frage antworten: Warum bist Du mit diesem Vortrag und Deinen Seminaren in Deutschland unterwegs?

Leider ist dieses Wissen über die Typologie noch nicht Grundbestandteil unserer Schulausbildung und aller Berufsrichtungen, in denen Menschen mit Menschen arbeiten. Das Potential dieses Wissens, könnte dazu führen, dass wir nicht mehr um Missverständnisse streiten und in Konflikt geraten. Es könnte bei der Auswahl von Personal viele Fehlentscheidungen vermeiden. Menschen könnten leichter ihre Stärken erkennen und auch selber würdigen. Unterschiede von Menschen könnten mehr als Bereicherung erlebt werden, als dass sie als Problem zwischen uns stehen. Menschen könnten gezielter nach ihren Stärken und Fähigkeiten beruflich eingesetzt werden, und wir hätten dadurch weniger Burn-out und Depression. (Projekt-)Teams könnten geschickter zusammengestellt werden und ergänzende Fähigkeiten gezielt genutzt werden. Brücken in Partnerschaften könnten helfen aneinander zu wachsen und Wertschätzung statt trennendes Urteil in die Begegnung bringen. Einseitigkeit in der Beurteilung von Menschen könnte vermieden werden. Probleme könnten bewusst ganzheitlicher betrachtet werden, wenn man alle „Farben“ berücksichtigen würde. Die Welt würde bunter und reichhaltiger werden, wertschätzender und spannender. Dafür möchte ich leben.

Wie bekomme ich heraus, was der Gegenüber farblich ist?

Am besten kannst Du das beurteilen, wenn Du auf das 2 ½ tägige Seminar „Bekennen Sie Farbe!“ kommst. Dort sehen wir Videoausschnitte und lernen die Zeichen der Körpersprache zu lesen, Redewendungen, Sprache und Stimme zu erkennen und sogar Kleidungsstil, Raumausstattung usw. schnell zu erkennen. Am Ende des Seminars kann man die Farben in wenigen Sekunden bei anderen Menschen erkennen.

Für den Anfänger in Typologie ist es einfacher wenigstens Introversion und Extraversion zu unterscheiden und darauf zu achten dementsprechend auf das Gegenüber zu reagieren. Die am einfachsten sichtbaren Unterschiede sind dafür.

Introversion (blau/grün)
- Stimme und Tonlage: ruhig, leisere Stimme, sucht nach Worten, lässt andere ausreden,
- Körpersprache: zurückhaltend, kleine Gesten, weniger Mimik, ruhig, kontrolliert, eher unauffällig im Hintergrund

Extraversion (rot/gelb)
- Stimme und Tonlage: schnell, kräftige Stimme, Erzählstil, redet darauf los, unterbricht andere
- Körpersprache: fordernd, viel Gestik und Mimik, dynamisch, bewegt, raumgreifend, sichtbar

Auf dem Seminar „Bekennen Sie Farbe!“ verrate ich eine einfache Methode, mit der man sein Gegenüber in wenigen Sekunden einschätzen kann.

Wie ist die Brücke zwischen „gelb“ und „blau“?

Es gibt zwischen allen Farbtypen Brücken, die es uns ermöglichen in guten Kontakt zu kommen. Dafür müssen wir die „Sprache“ der anderen Farbe lernen. Aber nicht nur die Sprache – also wie wir etwas sagen – entscheidet, sondern vor allem, welche Inhalte wir in der Kommunikation in den Vordergrund stellen. Ich will Dir gerne ein kleines Beispiel geben.

„Gelb“ trifft auf „Blau“

Gelb sollte hier das Sprechtempo reduzieren. Am Anfang des gespräches den Gesprächsrahmen und die Struktur abstimmen. Wie lange wollen wir reden und worüber. Den Smalltalk verkürzen und nicht privat und aufdringlich sein. Den „Blauen“ nicht unterbrechen, wenn er spricht, auch nicht, wenn dieser mal 2-3 Sekunden schweigt. Meist kommt dann noch mehr. Hinterfragen und nachfragen statt eigene Geschichten zu erzählen. Die Mimik und Körpersprache kontrollieren und nicht so emotional werden. Verbindlich reden anstatt in Möglichkeiten zu reden oder gar leere Versprechen zu machen.

Trifft „Blau“ auf „Gelb“

Lächeln und ein positives Gesicht machen. Erst Small-Talk, dann die Inhalte. Neugier ausstrahlen und Interesse an der anderen Person, besonders an seinen Emotionen. Persönliche, lebendige Beispiele bringen, um etwas zu verdeutlichen anstatt abstrakter, klarer, kurzer Information. Gelb kann sie sonst nicht erinnern oder sich vorstellen. Mehr Gestik und Mimik zeigen und nicht mit starrem Gesicht zuhören. Nicken und „mhhh, ah ja…“ einfließen lassen, um dem Gelben zu zeigen, dass Du ihm inhaltlich folgst und Dich interessierst.

Auf dem Seminar „Bekennen Sie Farbe!“ werden solche Begegnungen geübt, und reale „Farbtypen“ geben Dir Feedback, wie Du auf sie wirkst und wie wohl sie sich dabei fühlen, wenn Du versuchst in ihrer „Farbe“ zu kommunizieren.

Wie ist die Brücke zwischen „rot“ und „grün“?

Trifft „Grün“ auf „Rot“

Bereite Dich gut auf das Gespräch vor. Mach Dir klar, was Deine Ziele sind und was Du erreichen willst. Vermeide emotionale Themen und vor allem „Jammern“ über Schwierigkeiten und Probleme. Erläutere nicht die Probleme und Schwierigkeiten sondern beschreibe kurz und klar was Du erreichen willst, welche Alternativen es gibt, das Ergebnis zu erreichen und welche Konsequenzen die Alternativen mit sich bringen. Dann bitte „rot“, um seine Entscheidung.

Trifft „Rot“ auf „Grün“

Lerne Körpersprache zu lesen und achte auch auf kleine Zeichen. „Grün“ spricht viel zwischen den Zeilen und spürt Deine Haltung ihm gegenüber. Ein Gespräch hat nicht immer ein klares Ziel oder eine Entscheidung zum Ergebnis. In diesem Fall geht mehr darum den anderen wirklich zu verstehen und eine tragende Beziehung aufzubauen. Es menschelt und die Sache steht, zumindest am Anfang des Gesprächs im Hintergrund. Auf einer guten Beziehungsbasis, die von gegenseitigem Respekt geprägt ist, können auch Entscheidungen und Handlungen gemeinsame getragen werden. Sei zurückhaltend und nicht fordernd.

Wie kann ich als Lehrer/in im Unterricht auf alle 4 Typen eingehen?

Vorneweg möchte ich sagen, dass ich nun nach mehr als 10 Jahren Begleitung und Coaching von LehrerInnen leider immer noch feststellen muss, dass ich bis jetzt keinen anderen Berufsstand kenne, in dem die Bereitschaft zu Lernen und die Fähigkeit der Selbstreflektion und Selbsterfahrung so miserabel ist - und das über alle Schulformen hinweg. Die Angst vor Kritik oder Zweifel an ihrer Kompetenz ist so immens, dass man sich nur wundern kann, wieso die LehrerInnen selbst wieder zu Methoden greifen, die in SchülerInnen die gleichen Ängste und Widerstände produzieren.

Dazu kommt, dass die heutigen Kinder zum Glück immer weniger gehorsame Kinder sind. Scheinbar setzten wenigstens immer mehr Eltern auf eine Erziehung zur Selbstverantwortung und Freiheit ihrer Kinder, weil sie keine Mitläufer-Kinder wollen, die später fremden Ideologien nachlaufen oder Drogen nehmen, weil sie, um dazu zu gehören, nicht für sich einstehen können und „Nein“ sagen können. So vermissen LehrerInnen heute Disziplin der Kinder und verstehen meist nicht, dass Lernen mit Gehorsam und Disziplin lange nicht so gut geht, wie in einer gleichwürdigen Beziehung voller Vertrauen. Ich kann nur jedem empfehlen dazu die Bücher von Jesper Juul zu lesen oder Videos von Gerald Hüther bei youTube zu suchen. Aber jetzt konkret zur Frage.

Vieles lässt sich einfach für den Unterricht ableiten, wenn man die Farben erst einmal wirklich tief versteht. Als erstes ist es gut, wenn man seine Klasse einmal in die Farben einteilt. Manchmal können die Kinder sich selbst zuordnen oder mit Hilfe der Klassenkameraden. Davor müsste erst einmal das Modell kurz vorgestellt werden. In meinen Vorträgen an Schulen (meist Oberstufe, Lehrer und Eltern) können die SchülerInnen sich meist sehr schnell einordnen aber auch ihre LehrerInnen und Eltern erfassen sie schnell und treffsicher. Eine gute Idee ist es, wenn wir das farbige INSIGHTs-Rad groß auf dem Boden auslegen und die Kinder stellen sich an ihren Platz im Rad. Jetzt kann jeder sehen und spüren wo er steht und wie er sich an dem Platz fühlt. Wenn ein Kind sich falsch einschätzt merkt es das jetzt meist ganz genau, weil es sich zwischen den anderen Kindern in seiner Nähe eher unwohl fühlt. Die „Energie“ in jedem Feld ist ganz anders und man merkt ob man richtig steht.

Ansonsten gibt es unzählige Hinweise für die Berücksichtigung im Unterricht. Von einfachen Ideen, wie Kleingruppen bis max. 3 Personen in bestimmten Unterrichtsphasen, damit auch introvertierte Kinder sich einbringen können und zeigen können was sie alles wissen. Bis hin zur Begleitung von Kindern, z.B. „grünen“ Kindern, um ihnen Mut zu machen, ihnen zu helfen schneller Entscheidungen zu treffen oder mehr Selbst-Verantwortung zu üben. Hierfür braucht es dann noch viel mehr die oben erwähnte Selbsterkenntnis und Selbsterfahrung der LehrerInnen, die so eine Begleitung leisten wollen.

Was ist, wenn man behauptet man sei harmoniesüchtig und man putzt zu viel?

Vermutlich handelt es sich hier um eine „grüne“ Persönlichkeit mit ausgeprägten „blauen“ Anteilen. Ordnung und Harmonie sind Dir wichtig. Du brauchst die Klarheit im Außen, auch um innerlich Klarheit und Ordnung zu haben. Du schätzt es, wenn Dinge gut zusammen passen und sich alles stimmig anfühlt. All das sind Eigenschaften der „Grün-Blauen“ Persönlichkeitsstruktur. Spannend könnte die Frage sein, ob Du weißt, was Du vom Leben willst. Was Dir wirklich wichtig ist – außer Sauberkeit und eine ordentliche Fassade. Weißt Du noch was Dich wirklich bewegt, was Dich begeistert und motiviert? Was ist Deine Vision von Deinem Leben?

Wie geht man mit Perfektionisten um, wenn man selber „grün“ oder „gelb“ ist?

Diese Frage ist mir leider zu allgemein. Ich kann Dir nur raten unser Seminar zu besuchen und dort zu erkennen, was hinter Perfektionismus steht und welche Brücken Du persönlich finden kannst, um wieder leichter und freudiger im Kontakt zu sein. Am besten gemeinsam mit dem „Perfektionist“, dann entdeckt Ihr gemeinsam die neuen Möglichkeiten in Eurem Kontakt.

Wie bringt man Menschen, die lieber zuhören, zum Reden über sich und ihre Gefühle?

Wieso sollten sie es tun. Es kostet sie viel Kraft zu reden und sie sehen keinen Sinn darin, über ihre Gefühle zu reden. Außerdem haben sie vermutlich bereits als Kinder die Erfahrung gemacht, dass sie dadurch verletzlich werden und sie ahnen zutiefst, dass dann Widersprüche und Trennendes ans Tageslicht kommen, von denen sie lieber nichts wissen wollen. Das Schweigen schafft ja auch die Illusion, dass schon alles in Ordnung ist.

(Für „Blau“ gilt eher) Reden birgt die Gefahr, dass die stabile ruhige Welt zusammen bricht oder das alles chaotisch wird. Noch dazu wissen sie, wie schwer es ihnen fällt sich in Bereichen der Gefühle verständlich zu machen. Ist das doch schon auf der Sachebene meist kompliziert.

(Für „Grün“ gilt eher) Es liegt die Erfahrung vor, dass man ihnen sowieso nicht zuhört, und dass ihre Meinung nicht „richtig“ ist und sie mit ihren Antworten nicht genügen können. Ihre Gefühle sind scheinbar nicht berechtigt, fußen auf falschen Interpretationen und Überempfindlichkeit. Ihre Gefühle und Gedanken werden nicht ernst genommen oder überhört.

Gibt es dann überhaupt einen Weg daraus?

Liegt man selbst nicht in der gleichen Farbe muss man vermutlich eine Menge Kommunikationstechniken lernen, um die Begegnungen wieder reicher werden zu lassen. Viele dieser Techniken lehren wir auf dem Seminar „L(I)EBE Dein LEBEN“. Nur eine solide Beziehungsbasis macht es möglich, dass sie sich mehr äußern und es wagen auch ihre tieferen Gefühle zu offenbaren. Fragen verschrecken eher, als dass sie das Gegenüber öffnen. Ist die Beziehungsbasis wieder tragender, hilft die Vereinbarung gemeinsamer, regelmäßiger, wesentlicher Gespräche (siehe unseren Downloadbereich: Das Paargespräch), um langsam mehr übereinander zu erfahren.

Demnächst: Methodentraining

13.Dezember 2017 - 13.Dezember 2018

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Bekennen Sie Farbe
02.März 2018 - 04.März 2018 17:00 Uhr - 16:00 Uhr